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Dienstag, 11. August 2026

Oliver Kahn über den Einfluss des US-Sports

Oliver Kahn reflektiert in seiner neuen Kolumne über die entscheidenden Elemente, die den US-Sport prägen. Was können wir daraus lernen?

11. August 2026
3 Min. Lesezeit

Oliver Kahn, die Fußballikone und ehemalige Nummer eins im deutschen Tor, hat in seiner neuesten Kolumne einen Blick auf den US-Sport geworfen. Er fragt sich, was wir aus dem amerikanischen Sport lernen können. Viele von uns könnten denken, dass die Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Sportarten zu groß sind, um Lehren daraus zu ziehen. Doch Kahn zeigt auf, dass es einige wichtige Aspekte gibt, die für alle Sportarten gelten – einschließlich Fußball.

Eine der zentralen Eigenschaften des US-Sports ist die Art und Weise, wie Athleten behandelt werden. In den USA wird das ganze Umfeld um die Athleten herum oft als ebenso wichtig erachtet wie die sportliche Leistung selbst. Es gibt professionelle Trainer, die sich um die physische und psychische Gesundheit der Sportler kümmern. Kahn hebt hervor, dass in Europa oft zu wenig Augenmerk auf den mentalen Aspekt gelegt wird. Man könnte sagen, wir neigen dazu, die Athleten als Maschinen zu betrachten, die einfach funktionieren sollen, ohne auf ihre menschlichen Bedürfnisse einzugehen.

Darüber hinaus ist das Marketing im US-Sport ein Faktor, den viele europäische Sportarten nur schwer übernehmen können. Der Einfluss von Medien und Sponsoren ist enorm, und die Athleten sind auch Markenbotschafter. Kahn findet, dass europäische Fußballclubs noch viel lernen können, um ihre Spieler besser zu vermarkten und ihnen zu ermöglichen, über die Grenzen des Platzes hinaus zu glänzen. Wenn man sich anschaut, wie amerikanische Athleten wie LeBron James oder Tom Brady ihre Marken aufgebaut haben, wird klar, dass es hier Raum für Verbesserungen gibt.

Eine weitere Lehre aus dem US-Sport ist die Art, wie die Wettbewerbe organisiert sind. In den USA wird der Sport oft als großes Spektakel inszeniert. Die Halbzeitshows in der NFL oder die große Eröffnung der NBA sind Events, die die Zuschauer fesseln. In Europa müssen wir vielleicht lernen, den Sport nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch rundherum aufregender zu gestalten. Kahn schlägt vor, dass mehr investiert werden könnte, um die Spiele zu einem Erlebnis für die Fans zu machen.

Außerdem sieht Kahn das Thema Teamgeist und Zusammenhalt als entscheidend an. In vielen amerikanischen Sportarten gibt es eine starke Tradition des „Team First“. Das bedeutet, dass die individuellen Interessen manchmal zugunsten der Mannschaft zurückgestellt werden. Dieser Gedanke könnte im Fußball, wo oft starre Hierarchien und Individualismen vorherrschen, viel bewirken. Kahn ruft dazu auf, die Spieler mehr als Gemeinschaft und weniger als Einzelkämpfer zu betrachten.

Ein weiterer Punkt, den Kahn anspricht, ist die Diversität im Sport. Der US-Sport hat in den letzten Jahrzehnten einen enormen Wandel durchlebt, was die Einbeziehung verschiedener Ethnien und Geschlechter angeht. Die Vielfalt in den Teams und der Führungsetage ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern bereichert auch den Sport insgesamt. In Europa könnten wir uns eine ähnliche Offenheit und Bereitschaft zur Veränderung wünschen, um nicht nur das Spiel selbst, sondern auch die Kultur rund um den Sport zu verbessern.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen, die mit diesen Ideen einhergehen. Kahn ist sich bewusst, dass der Fußball in Europa eine tief verwurzelte Tradition hat, die nicht einfach so verändert werden kann. Dennoch hält er es für notwendig, offen für neue Ansätze zu sein. Der Blick über den Tellerrand kann helfen, alte Denkmuster aufzubrechen und frischen Wind in den Sport zu bringen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kahn in seiner Kolumne einige interessante Ideen skizziert, die nicht nur für den Fußball, sondern für alle Sportarten relevant sind. Der Einfluss des US-Sports ist nicht zu leugnen und es wäre klug, die besten Aspekte davon auf unsere eigenen Sportarten zu übertragen. Man fragt sich, ob wir bereit sind, diese Veränderungen zu akzeptieren und auf die Bedürfnisse der Athleten zu hören – eine Herausforderung, die es wert ist, angegangen zu werden.